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Gedanken und Neuigkeiten

In der Vielfalt des Falschen geborgen

17.6.18 | Künstler sollten spirituelle Lehrer sein, dachte Wassily Kandinsky. Dieser Haltung  stimmt Sean Scully, dessen „Vita duplex“ in Kalsruhe zu sehen ist, zu. Er habe sich dem Unreinen verschrieben – er verdichte das Rationale mit dem Sinnlichen. Abstraktion sei ein Weg, um neu anzufangen. Wir können uns durch Künstler der Gegenwart inspirieren lassen. Darin Ansichten zu wechseln, kann auch Heilung bedeuten. „Falsch fallen ist wunderbar, denn niemand weiß, wie es enden wird. Es hat eine Millionen Gesichter. Richtig fallen ist nur in eine einzige eingekerkert“, sagt Scully.

Wenn Menschen nicht immer Recht haben wollen, dann sind wir alle in der Vielfalt des Falschen geborgen. Der Licht-Künstler James Turrell  zeigt uns die Kontemplation mit Licht, Zeit und Landschaft. In Baden Baden kann man in eine Welt voller Licht eintauchen, welches berührt, bewegt, verstört oder beglückt! Beide Künstler führen uns in eine neue Begegnung mit uns selbst und sind darin – ganz bescheiden – auch spirituelle Lehrer.


www.seanscullystudio.com, www.jamesturrell.com

Neu sein – Liebe sein

30.5.18 | Zwischen unserem Menschsein und dem Rhythmus unserer Seele gibt es eine geheime und geheimnisvolle Beziehung. Wenn wir – ohne es im Verstand ergreifen zu können – vertrauen, werden wir an unser tiefes innerliches Ziel geführt. Unsere Seele kennt die Geographie und die zeitliche Dimension unseres Weges – auch, wenn wir nicht verstehen können, warum wir bestimmte Erfahrungen machen. Es kann nur in eine größere und wunderbarere Ebene, Zukunft und Sein führen! Wenn wir das vergessen oder ungeduldig sind, können wir als Übung einmal die Liebe in unserem Inneren spüren – unabhängig von äußeren Gegebenheiten oder davon, was andere für uns entscheiden. So nimm Dir Zeit und richte Deine Aufmerksamkeit auf deine Liebe. Du kannst sie in deinem Körper als Energie wahrnehmen oder als Gestalt oder Person außerhalb von Dir visualisieren. Wie sieht Deine Liebe aus? Wie spürt sie sich an? Sie ist in jedem als heilender Anteil angelegt. Übe und schaue, wie sich ein ganzer Tag gestaltet und wie du anderen Menschen begegnest, wenn die Liebe entscheiden darf.

Geh aus mein Herz...

22.5.18 | Wenn das Herz betroffen ist in der Liebe, bei Abschied oder Tod eines geliebten Menschen, erleben wir das als eine sehr harte Zeit. Das Herz schmerzt häufig auch sehr physisch, und es ist oft kaum aushaltbar. Was könnte heilsam sein? Wir können die Energie des Loslassens, des Sich-Wegbewegen-Lassens des geliebten Menschen weich spüren oder uns verbinden mit unserem Lebensfluss und der Hingabe, es eher geschehen zu lassen. Das erleichtert enorm. Die Liebe zu diesem Menschen gehört uns, und sie weiter zu leben und nur langsam in die Veränderung zu führen, macht Abschied milder. Abschied funktioniert übrigens auch im Sterben und in der Sterbehilfe am besten, wenn man sich einbindet in die Vorfreude auf das neue Leben, das neue Sein, das Selbst mit ganz neuen Ideen. Dann kann Abschied auf eine gute Weise gelingen. Allerdings möchte Trauer immer gefühlt werden – sie hat ihr eigenes Tempo und kann nicht abgekürzt werden. Sie möchte in das Jetzt und in den Moment führen - den Schmerz erleben lassen. Erst darin ist das Herz bereit, in die Freude und in eine noch wunderbarere Zukunft geführt zu werden. „Geh’ aus mein Herz und suche....“

Ehrlicher Spiegel

20.4.18 | Wenn wir morgens bevor der Tag beginnt unsere spirituelle Praxis leben, können wir Vertrauen und Stabilität erfahren. Wir müssen es nur tun. Montag morgens, wenn der Verstand und die Arbeit sich so laut in den Vordergrund schiebt, ist das besonders schwer. Menschen tragen in sich die natürliche Fähigkeit in das Spüren, in die Spiritualität zu gelangen. In anstrengenden Lebensphasen ist das besonders wichtig, eine konstante Praxis zu leben. Sei es Yoga, Zazen, Kontemplation, Gebet, Naturerfahrung, Stille, Energieübungen, Ausdauersport oder intuitives Schreiben. Es gibt unendlich viele Wege - jeder kann seine eigene Form finden und entwickeln. Darin können wir auch die Beziehung zu unserem Selbst erfahren. Ja, es spiegelt diese sogar auf eine sehr ehrliche authentische Art und Weise wider. Oft die eigenen inneren Ängste oder Lebensthemen. Wie ist die Beziehung zu deinem Selbst? Insbesondere, wenn Du alleine und in der Stille mit Dir bist. Welche Gedanken und Gefühlen tauchen auf? "Wherever I go, I’ll be my best friend…“ schreibt der Fotograf des Fotos.

Was ist wirklich?

22.02.18 | Betrachte einmal das Foto. Was siehst Du? Dann mache Deine Augen zu und und vertraue Deiner inneren intuitiven Wahrnehmung. Was spürst Du dann? Das Bild lässt uns ganz unterschiedliche Gefühle und Gedanken erleben. Eine gute energetische Übung zur Intuition!

„This photo is definitely mixed emotions not knowing the background to it. This is fun portrayal of what happens when you play in the dirt. A sign of fun and a remembrance to childhood. We were swinging and climbing on trees that were previously burnt from the forest fire.“ beschreibt der Fotograf. Oft verbergen sich hinter scheinbaren objektiven Sachverhalten völlig andere Wahrheiten und wenn man sie intuitiv erfährt, erschließen sich neue Welten. Ich in jedem Falle liebe die Energie, die oft dahinter liegt, wie hier die unbändige Lebensfreude. Zur heilenden Kraft der energetischen Intuition bin ich in diesem ausführlichen Interview befragt worden. Ich danke Elke Tonscheidt, www.ohfamoos.com für die wunderbare Zusammenarbeit.

Lebending ist, wer wach bleibt

04.02.18 | Lebendig ist, wer wach bleibt | sich den anderen schenkt | das Bessere hingibt | niemals rechnet. Lebendig ist, wer das Leben liebt | seine Begräbnisse seine Feste | wer Märchen und Mythen | auf den ödesten Bergen findet. Lebendig ist, wer das Licht erwartet | in den Tagen des schwarzen Sturms | wer die stilleren Lieder | ohne Geschrei und Schüsse wählt | sich zum Herbst hinwendet und nicht aufhört zu lieben. Luigi Nono

 

Das Wachsein lässt uns die Intensität unseres Lebens spüren. Wach sind wir, wenn wir alle Seiten unseres Lebens lieben. Aber wer kann das schon vollkommen. Ist es nicht eine immerwährende Übung, die Schwankungen der Gefühle auszuhalten und immer besser damit umzugehen? Wenn wir alles wach umfassen, das Gute und das vermeintlich Schlechte, dann können wir vertrauen. Lieben. Frei sein. Und in unserer intensiven körperlichen Lebendigkeit - bei Leid und im Genuss! - die eigene Spiritualität erfahren. Wir können das Leben ganz auskosten. Im Moment der Sinne, im Jetzt und der Erfahrung unseres Körpers. In allem – eben weil wir nicht aufhören zu lieben.

Freiheit und Begrenzung

10.1.18 | Wir alle haben den Wunsch, das zu leben, was unsere Seele erfahren möchte. So dass wir uns nicht nur in Kategorien wie gut oder schlecht, richtig oder falsch bewegen. Menschen sehnen sich danach, einfach zu sein. Frei zu sein. Diese Freiheit bedeutet nicht, alles unbändig auszuleben oder Werte und Menschen wahllos zu verletzen. Freiheit heißt in der eigenen inneren Stimmigkeit und Wahrheit zu leben. Freiheit bedeutet auch, uns selber und vor allem anderen Wahl zu lassen. Ja oder Nein zu sagen. Jedes Nein sollte dabei willkommen sein – auch, wenn es möglicherweise unangenehm ist. Sich selber und andere in ihren Impulsen, Wünschen und Entscheidungen zu lassen und sich und sie trotzdem liebevoll anzusehen und wertzuschätzen, bedeutet wahre Freiheit. Und auch Heilung. Eine Begrenzung oder ein Rahmen in der eigenen inneren Freiheit ist dabei essentiell nötig. Das gibt uns Sicherheit. Sie gibt uns vor allem die Möglichkeit, überhaupt erst Freiheit in einer reifen Form zu leben. Was könnte deine sichere Begrenzung, dein Grund, dein Boden, dein Anker oder der Rahmen für deine Freiheit sein?

Ein Augenzwinkern und alte Meister

02.11.17 | In uns allen ist die Ewigkeit verborgen. Es ist ein Ort in uns, wo wir das Göttliche spüren können. Wenn wir Not in unserem Leben haben, ist das kaum wahrnehmbar. Dann können wir uns nur für die vielen Möglichkeiten öffnen: In den Wald gehen – den Duft der Erde riechen, still in einer ruhigen Kapelle sitzen, bewegende Musik hören oder in ein Museum gehen, wo es alte Meister gibt. Mir ist das unerwartet in der National Gallery in Edinburgh passiert oder beim Hören des „Agnus Dei“ von Bach, gesungen von einem jungen Alt. Seine Stimme trug mich tief in die Berührung. Es ist nicht planbar. Es passiert einfach. Man ist müde am frühen Morgen und sieht unerwartet Sirius am blauen Morgenhimmel. Oder man erlebt eine überraschende Begegnung – ein Lächeln und ein Augenzwinkern, ein sehr bewegender Augenblick der Nähe mit einem eigentlich fremden Menschen. Das sind Momente der Ewigkeit, wo alle sichtbaren und unsichtbaren Welten gleichzeitig spürbar werden. Die Erde, Menschen, Seelen. Alles in einer tiefen Verbindung miteinander. Das Göttliche in uns. Das ist überwältigend, beruhigend und heilend zugleich. Vor allem, wenn wir in schwierigen Zeiten wissen, dass dieser Ort in uns ist. Wir müssen ihm nur lauschen.

Rhythmus des Universums

01.10.17 | Wir können dankbar sein auch für die schwierigen transformierenden Phasen in unserem Leben. Es entstehen dabei vollkommene Auflösung, Chaos, eine absolute Möglichkeitsoffenheit. Dies geschieht natürlicherweise im heftigen Leid, beim Sterben, bei Krankheit und immer in wahrer Transformation. Man könnte es auch unendliche Stille nennen, in der irgendwann ein neues Wort, ein Klang, ein Lied oder ein unbekanntes aufregendes Summen hörbar wird. Frisch. Neu entstanden. Doch während wir im Chaos sind, haben wir die meiste Angst. Angst vor dem Unbekannten. Nicht zu wissen, was kommen wird. Wir empfinden schmerzliche Enge. So ist es heilsam, für einem Moment die Energie der Liebe zu Deinem ganz eigenen Weg zu spüren. Zu der Einzigartigkeit in Dir. Es ist DEIN Weg. Dann öffnet sich die Weite. Und spüre auch, dass hinter dem Dramatischen des eigenen Lebens etwas sehr Schönes und Unendliches geschieht. Spüre, dass Du nie alleine bist und Deine Seele, in ihrer Lichtigkeit, ihrer Weisheit und ihres Wissens, Dich innig mit dem Rhythmus des Universums verbindet.

Unsere Seele ist scheu

05.09.17 | Seelen-Begegnungen sind nicht planbar und oft unerwartet. Es entsteht ein Raum des Anschauens. Des Berührens. Des Sehens. Heilung passiert darin auf eine sublime Weise. Wenn wir darin pur mit allen Gefühlen wie Liebe, Zuneigung, Angst oder Verletzlichkeit sind, vor allem Scheuheit – unsere Seele ist sehr scheu –, können sich Seelen auf eine sehr leichte Weise begegnen. Es ist rein. Spontan und frei. Der Verstand ist das nicht. Er bremst, weil er wertet, urteilt in richtig oder falsch. Wenn wir den Verstand liebevoll beiseite nehmen, gibt es nur die intensive Lebendigkeit der Erfahrung. Die Seele liebt diese Freiheit, das Leben voll zu leben. Alles, was erfüllt. Dann gibt es kein Bedauern über die vielen ungenutzten Chancen, wenn man stirbt. Eine große Sehnsucht, die wir alle in uns tragen, kann sich in Fülle, Ankommen und Sattwerden wandeln. Ist es nicht das, warum wir hier sind? Ich staune und bin dankbar für Seelen-Begegnungen in meinem Leben. Es sind vor allem auch die Begegnungen in der Praxis. Menschen sind so schön. Es ist kostbar, einzutauchen in ihre Einzigartigkeit.

Ermutigung zum Lieben

15.08.17 | Eine tiefe Sehnsucht in Menschen ist der Wunsch, einfach um ihrer selbst willen geliebt zu werden. Geliebt und gesehen zu werden, wie sie wirklich sind. Wieviele Menschen tun etwas oder versuchen etwas darzustellen, um geliebt zu werden. Das ist anstrengend. Der erste Schritt, den wir tun können, ist in die Zärtlichkeit unserer eigenen Seele einzutauchen. Unsere Seele sehnt sich danach, uns sanft in die Liebe zu unserem eigenen Selbst gleiten zu lassen. Dazu brauchen wir nur uns selbst – die Wachheit und die Bereitschaft dazu. Wenn wir einem anderen Menschen begegnen, der uns wirklich ansieht, ist das auch heilsam. Oft sehe ich die Menschen in meiner Praxis in allem, was sie sind. In den vielen Ebenen ihres Seins. Ihre Potentiale. Ihre Seele. Das, was immer heil ist. Darin tue ich nicht viel. Das wirkliche Ansehen, das wirkliche Lieben kann natürlich in vielen Bereichen unseres Lebens geschehen. Das mag in einem intensiven Gespräch mit einer guten Freundin sein. Bei einer liebevollen sanften Berührung der Hände. Bei einer wertschätzenden Begegnung in der Sexualität. Oder wenn man etwas tut, was eine gemeinsame Passion ist, z.B. singen oder Musik machen. Darin kann man gemeinsam lieben.

Sich einem Anam Cara öffnen

07.07.17 | Hast Du das nicht auch schon erlebt? Du kennst einen Menschen, egal welchen Geschlechts oder Alters, und Du spürst eine ganz ursprüngliche Liebe und Vertrautheit, die sich über alle gesellschaftlichen Grenzen hinwegsetzt? Mit ihm kann man auf eine unerklärliche Weise als Freund der eigenen Seele verbunden sein. Diese Freundschaft kann durch keinerlei Trennung oder Distanz zerstört oder begrenzt werden. Sie ist frei und hat keine Bedingungen. In alten Traditionen, wie bei den Kelten war das ein spiritueller Gefährte, ein „Anam Cara“ bei dem man sein Inneres, das Geheimste und sein Herz offenbaren konnte. Wir alle haben einen Anam Cara nötig. Eine solche Liebe schenkt uns das Bewusstsein, verstanden zu werden, so, wie wir sind. Wir können dem anderen bedingungslos unser Selbst anvertrauen. Wer könnte Dein Seelenfreund sein? Es mag jemand sein, den Du nur flüchtig oder schon lange kennst, ein Arbeitskollege, eine Nachbarin, ein Fremder vielleicht? Und dennoch spürst Du diese Vertrautheit, die sich nicht erklären lässt. Folge doch Deiner Intuition und sprich mit diesem Menschen. Gehe auf ihn zu, egal welche inneren Ängste Dich davon abhalten könnten. Teile Dich mit. Teile Deine Gefühle, Sorgen, Deine Liebe, Dein Inneres, Deine Sehnsucht, Geheimnisse, tief Verborgenes und Deinen Schmerz mit. So können Verbindung, Freundschaft, große Liebe und vor allem Heilung erlebt werden. Eine Kostbarkeit immer für beide Seiten, weil es ein gegenseitig berührender Segen ist.

Mein Blog von 2012-2017

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